Wohngruppe Augustfehn

Personenkreis:

Wir nehmen Jungen und Mädchen ab dem 6. Lebensjahr bis zum 18. Lebensjahr auf. Ein Verbleib auch nach dem 18. Lebensjahr zur Verselbständigung ist möglich wenn der Bedarf gegeben ist.
Die Wohngruppe ist konzipiert für Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichsten individuellen Lebensumständen nicht mehr zu Hause leben können bzw. eine gewisse Zeit nicht zu Hause leben können. Kinder und Jugendliche mit sozialen-, schulischen- oder Entwicklungsdefiziten können aufgenommen und entsprechend ihrer Fähigkeiten und Einschränkungen begleitet und gefördert werden.

Gerne nehmen wir in dieser Wohngruppe unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) auf, die in ihren besonderen Lebensumständen Unterstützung bedürfen. Ein Kulturdolmetscher/Deutschlehrer steht gesondert hierfür zur Verfügung.

 

Methodischen Grundlagen:

Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich an systemischen Ansätzen, mit den Grundlagen von entwicklungspsychologischen, verhaltenstherapeutischen und lerntheoretischen Ausgangspunkten. Dies erfolgt bei Bedarf in Kooperation mit Psychotherapeuten, Psychiatern, Psychiatrien, Nachhilfeschulen oder Fachberatungsstellen.

Es ist für uns unerlässlich, dass die jungen Menschen eine Chance bekommen, eine Lebensperspektive zu entwickeln. Wir begegnen ihnen lösungsorientiert, wertschätzend und beziehen vorhandene Ressourcen jedes Einzelnen mit ein.
 

Im alltäglichen Umgang bedeutet dies unter anderem:

  • Freizeitangebote aus den Bereichen Sport, Musik, Spiel, künstlerisches/handwerkliches Tun 
  • Einzelgepräche/Gruppenspräche  
  • Hinführung zu Vereinstätigkeiten 
  • Verhaltenstherapeutische Interventionen (z.B. Absprachen treffen, Skalierungen, Verträge schließen)
    Festes und transparentes Regelwerk
    Tages- und Wochenstrukturpläne (allgemein und individuell) 
  • Kooperation mit Ärzten, Behörden, Schulen, Therapeuten, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Polizei, Beratungsstellen 
  • Unterstützung in der individuellen Ausübung der Religion. 
  • Eine enge Zusammenarbeit und regelmäßiger Austausch zwischen dem Bezugsbetreuer und den Eltern oder dem Vormund  
  • Alters- und Entwicklungsadäquate Einbindung der Kinder und Jugendlichen in Alltagspflichten 
  • Anleitung der Jugendlichen zu Eigenständigkeit, z.B. Einbindung beim Kochen, Wäschehygiene, Hygiene, Sauberhalten von Räumen, Einbinden bei Gartenarbeit oder Reparaturarbeiten/Fahrradreparaturen 

Zu den Mitarbeitern der Wohngruppe Augustfehn gehört ein Kulturdolmetscher der regelmäßig Deutschunterricht und Themen des kulturellen Umgangs speziell mit unbegleiteten minderjährigen Ausländern durchführt.

 

Standort:

Die Wohngruppe befindet sich in einem Wohngebiet von Augustfehn in der Gemeinde Apen. Augustfehn hat insgesamt ca. 4600 Einwohner (Stand 31.12.2014).

Augustfehn liegt im Landkreis Ammerland, die nächstgrößeren Städte die eine vielfältige Versorgung bezüglich Ausbildungsplätze, Fachärzte, Vereine, Religionsgemeinschaften u.a. bieten sind:

Westerstede: 22.700 Einwohner Entfernung: 15km
Oldenburg: 165.000 Einwohner Entfernung: 40 km (ca.35Minuten/Zug)
Leer 34.000 Einwohner Entfernung: 26 km

Tabelle stand 31.12.2016

Die Wohngruppe selbst befindet sich in einem frei stehenden Haus mit großzügigem Garten in einem Wohngebiet mit überwiegend Einfamilienhäusern.

Alle Schulformen (Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien, IGS, Förderschulen) sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad gut zu erreichen. Apen und Westerstede bietet alle Dinge des täglichen Bedarfs bezüglich Einkauf, ärztliche Versorgung und Freizeitgestaltung.

 

Rechtliche Grundlagen zur Aufnahme: 

Die Aufnahmen erfolgen auf der Rechtsgrundlage der § 27 i.V. §§ mit 34 und 41 SGB VIII.

§ 27 Hilfe zur Erziehung

(1) Ein Personensorgeberechtigter hat bei der Erziehung eines Kindes oder Jugendlichen Anspruch auf Hilfe (Hilfe zur Erziehung), wenn eine dem wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist.
(…)

 

§ 34 Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform

Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht (Heimerziehung) oder in einer sonstigen betreuten Wohnform soll Kinder und Jugendliche durch eine Verbindung von Alltagsleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung fördern. Sie soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen sowie den Möglichkeiten der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie

  1. Eine Rückkehr in die Familie zu erreichen versuchen oder
  2. Die Erziehung in einer anderen Familie vorbereiten oder
  3. Eine auf längere Zeit angelegte Lebensform bieten und auf ein selbständigen Leben vorbereiten

Jugendliche sollen in Fragen der Ausbildung und Beschäftigung sowie der allgemeinen Lebensführung beraten und unterstützt werden.

Daneben kommen ggf. alle für den Einzelfall bedeutsamen ausländerrechtlichen Regelungen wie z.B. AsylbwLG zur Anwendung.